Jahrelanger Versicherungsbetrug

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    • Jahrelanger Versicherungsbetrug

      Hallo lieber Forenmitglieder,
      ich habe mich erst vorhin in diesem Forum angemeldet, weil ich auf der Suche nach einer Antwort zu folgendem Problem bin:
      Mein Bruder hat PKU schon seit seiner Geburt (1991). Er darf nichts an tierischem konsumieren. Aber auch einige Nahrungsmittel mit hohem Phenylaninwert darf er nicht verzehren.
      Meine Eltern sprechen kaum Deutsch und damals war ihr Deutsch noch schlechter, weil sie gerademal ein Jahr lang hier waren. Die AOK Versicherung bei der wir damals waren hat meinem Bruder Leistungen untersagt und so musste meine Familie jahrelang die notwendigen Ersatzprodukte und Medikamente aus eigener Tasche zahlen. Damals waren die Ersatzprodukte um ein Vielfaches teurer und jeden Monat gingen so an die 1000-1500 DM für die notwendigen Produkte für mein Bruder drauf. Das ging so jahrelang weiter, danach wurde mal 70 % bezahlt mal 80%. Erst seit ca. 7-8 Jahren oder so wird ihm alles voll bezahlt. Meine Frage ist : Haben wir eine Chance auf Nachzahlung, weil die Medikamente und Ersatzproduke ja lebensnotwendig waren und die AOK Leistungen jedesmal verweigerte, sobald wir uns darum bemühten? Wir haben von der Apotheke Quittungen von den Jahren ab 2000, aber davor nicht.... leider, was können wir tun ?
    • Wenn du mit Ersatzprodukten die Nahrungsmittel meinst, die werden gar nicht bezahlt, die muss man selbst kaufen. Wenn du die Aminosäuremischung (also das Eiweißpulver) meinst, das wird komplett von der Krankenkasse übernommen, bei Kindern sogar ohne die Rezeptgebühr. Ihr hättet also gar nichts zahlen müssen. Was ihr davon zurückbekommen könntet, kann nur ein Anwalt sagen. Den solltet ihr euch unbedingt holen. Eine Beschwerde per Anwalt wird deutlich ernster genommen, als wenn ihr selbst einen Brief an die Krankenkasse schreibt. Es kann aber sein, dass die alten Sachen verjährt sind und ihr nur die neusten Rechnungen korrigieren könnt. Aber das wiederum kann nur ein Anwalt konkret sagen. Am besten du fragt mal bei der Deutschen Interessengemeinschaft PKU (dig-pku.de) nach, die haben schon vielen Leuten bei Problemen mit Ärzten und Versicherungen geholfen und können bestimmt einen Antwalt empfehlen, der sich auf dem Gebiet bereits auskennt.
    • Hallo Kosmicher!

      Gerade die AOK fällt auch momentan gerade wieder negativ auf. Die dort Versicherten haben jetzt häufiger das Problem, dass die Apotheken zu Unrecht enorme Gebühren für das Einlösen von Rezepten für die lebensnotwendigen Aminosäuremischungen verlangen. Hier sind auch alle (!) Fälle egal ob Mitglied der DIG PKU oder nicht aufgefordert worden sich bitte bei Tobias Hagedorn (hagedorn@dig-pku.de) zu melden. So kann er diese Fälle sammeln und die Selbsthilfevereinigung kann gezielt dagegen agieren.
      Wenn es also so sein sollte, dass Deine Eltern seit Jahren die Aminosäure bezahlen mußten ist das rechtswidrig. Da würde ich Euch empfehlen dies ebenfalls Herrn Hagedorn zu mailen.
      Wenn es allerdings um Kosten für die Lebensmittel wie Brot, Mehl, Ei-Ersatz usw. geht, so muß das leider jede Familie selbst zahlen. Wo kommt Ihr denn her? Dann kann ich Euch auch eine Regionalgruppe in Eurer Nähe empfehlen. Die richten Treffen aus oder helfen auch bei Fragen immer gerne weiter.
      Ganz liebe Grüße aus Ibbenbüren

      Vera Herrmann
      Regionalgruppe Nordwest
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